Geschichte
des Hauses
Ein Kulturdenkmal erhält neues Leben!
1735–2001
1735 als Winzerhaus errichtet weißt das "Alte Winzerhaus Unkel" eine fast 300-jährige Tradition auf.
Die ersten namentlich bekannten Bewohner waren Mitglieder der Familie J. Nolden im 19. Jahrhundert. Um 1900 gehörte das Haus dem jüdischen Metzger Bernhard Mayer.
1910 wohnte der Eisenbahnassistent Wilhelm Weber aus Irlich mit seiner Frau und acht Kindern, vermutlich als Mieter, in dem Fachwerkhaus. Eigentümer war damals bereits die Winzerfamilie Euskirchen.
1930 benutzte der Bäcker Robert Hildebrandt das Haus wohl vorübergehend.
Danach war das Anwesen [...] Besitz von Gottfried Euskirchen und seiner Ehefrau Margarete (geb. Kaiser). Deren Tochter Margarete heiratete 1954 den Winzer Otto Roos, dessen Name bis heute das Gebäude prägt. Beide betrieben hier ihren Winzerhof. Otto Roos, der 2001 verstarb, war bis 1990 einer der letzten Vollerwerbswinzer in Unkel.
Kulturdenkmal
Kulturdenkmal ist das Haus Freiligrathstr. 2 aber nicht wegen der ehemaligen Bewohner, sondern
weil das Fachwerkhaus mit seinen Zierelementen wie Mannfigur und Brüstungshölzer und doppelter Ausriegelung im Erdgeschoss sowie zwei Fachwerkvollgeschossen nach Ansicht der Fachleute ein für Unkel beispielhaftes Gebäude des 18. Jahrhunderts darstellt.
2001–2017
Es war ein unansehnlicher und schockierender Anblick, der sich bis vor einigen
Jahren jedem Besucher der Altstadt von Unkel in der Freiligrathstr. 2, direkt
am Willy-Brandt-Platz, bot. Im Schatten des heruntergekommenen und abrissreifen
Gasthofs „Zur Löwenburg“ stand ein traufständiges Fachwerkhaus mit großem
Zwerchgiebel. Aus dem ehemals schönen Sichtfachwerk bröckelten die Lehmgefache
heraus. Durchfeuchtete Bretter deckten notdürftig Löcher ab. Fachwerkbalken zeigten deutliche
Zerfallserscheinungen.
Es war ein trostloser Anblick und viele glaubten, dass das Haus nicht zu retten sei.
Was seit 2017 geschah...
Als die Stadt Unkel 2017 das Haus von Klaus Horstmann, der es von den Erben
Roos erworben hatte, kaufte, wurde schnell klar, dass es erhalten bleiben
sollte. Mit Hilfe des Stadterneuerungsprogramms des Landes Rheinland-Pfalz sollte der
Baukomplex „Löwenburg“ abgerissen und das angrenzende Fachwerkhaus gerettet werden.
Zahlreiche Ideen gab es zur Nutzung des Gebäudes, bis man sich letztlich entschied, es an einen privaten Investor zu verkaufen. Elmar Krupp, Handwerker aus Bruchhausen, konnte den Stadtrat von seinem Konzept, dort Ferienwohnungen einzurichten, überzeugen und bekam den Zuschlag für den Kauf und die Sanierung.
Erste Maßnahme war die komplette Entkernung des Gebäudes. Danach folgte die Auswechslung maroder Balken. Dies hatte zur Folge, dass zeitweise das ganze Erdgeschoss
zur Verwunderung zahlreicher Passanten nur auf Eisenstelzen stand. Dem Fachmann Elmar Krupp machte dies jedoch keine Sorge. Er stellte mit viel Geschick die Grundkonstruktion des Hauses wieder her. Dann machte er sich mit finanzieller Hilfe aus dem Stadterneuerungsprogramm
daran, das Gebäude wohntauglich zu machen. Mit viel Liebe zum Detail und nach Vorgaben
des Denkmalschutzes, die den Nutzen des Gebäudes in den Vordergrund stellten, versetzte Krupp das Haus in den Zustand, in dem es nun ist.
Ausgestattet mit Solaranlage, Wärmepumpe, modernen Böden und Sprossenfenstern [...], sowie mit Unterstützung der Stadt Unkel wurde ein bedeutendes Stück gebauter Geschichte gerettet.
Quelle:
Mit freundlicher Genehmigung des Geschichtsverein Unkel e.V.
Lesen Sie den vollständigen Artikel in: "Unkel funkelt – das Heimatmagazin" Ausgabe 3/2025